Manchmal spürt man sehr klar, dass etwas nicht mehr passt. Da ist ein innerliches Ziehen oder wie ich es gerne nenne: ein inneres Rebellieren. Doch es fehlen die Worte, um es zu erklären. Es fühlt sich einfach nicht stimmig an.
So ging es mir immer wieder im Angestelltenverhältnis. Da war dieses stetige Gefühl von: So, wie es ist, passt es nicht. Nachdem ich aufgehört habe, dieses Gefühl wegzudrücken und angefangen habe, ehrlich hinzuschauen, erkannte ich: Für mich bleibt nur die Selbstständigkeit. Doch zeitgleich mit diesem Gedanken kamen diese Sätze hoch: „Selbst und ständig. Da hast du ja nie frei.“, „Ich will meine Sicherheit nicht verlieren.“, „Ich brauche Verlässlichkeit. Das geht in der Selbstständigkeit nicht.“
Die Verlockung der schnellen Sicherheit
Nachdem ich die Idee, mich selbstständig zu machen, immer wieder weggeschoben hatte, war ich nach meinem Boreout nun endlich fest entschlossen in die Selbstständigkeit zu gehen. Doch natürlich kamen wieder die Gedanken an die drohende Unsicherheit auf. „Oh Gott, wie machst du das?“ Und die Gedanken kamen nicht nur in mir hoch, sondern auch ständig aus meinem Umfeld: „Davon kann man doch nicht leben.“, „Das wird doch nix.“, „Bleib lieber angestellt.“ Doch für mich gab es nun keine Alternative mehr.
Doch dann waren da gleichzeitig die verlockenden Social-Media-Botschaften: In drei Monaten fünfstellig. In sechs Monaten sechsstellig. Und dann lockte da sogar noch eine Umsatzgarantie. Nicht die Rolex am Arm, der Ferrari in der Garage, die Weltreise mit Privatjet lockten mich, sondern die Aussicht auf Verlässlichkeit. „Wenn andere das schaffen, schaffe ich das auch!“, dachte ich. Und das gab mir die Sicherheit, nach der ich suchte. Also entschied ich mich für eins dieser Programme und ging los.
Warum diese Konzepte für mich nicht funktionieren
Ich möchte an der Stelle die Businessmentor:innen mit ihren Programmen gar nicht schlecht machen. Viele Menschen fühlen sich hier gut begleitet. Doch ich merkte wieder sehr schnell: So passt es für mich nicht. Bei den Vorschlägen hatte ich immer wieder das Gefühl, ich würde mich dabei selbst verlieren. Ich wollte mir etwas aufbauen, das mich nachhaltig trägt und nicht nur schnell irgendwo hinkatapultiert und parallel auslaugt. Ich wünschte mir ein Berufsleben, das mich erfüllt und in dem ich auf Grundlage einer gewissen Stabilität fliegen darf. Denn genau das hatte ich in meinem persönlichen Identitätslogo bereits herausgearbeitet: wirkliche Selbstverwirklichung und Entfaltung ist für mich möglich, wenn sie auf einer gewissen Stabilität aufbauen. Diese Stabilität kommt zum einen aus dem Inneren (Stichwort: Identitätssteuerrad®) und zum anderen ist es für mich mein finanzielles Fundament, das mich trägt und ruhig schlafen lässt.

Ein erfolgreiches Business aufzubauen, dauert in der Regel 2-3 Jahre. Ich kenne persönlich niemanden, der von null gestartet ist und nach wenigen Monaten bereits verlässliche fünfstellige Umsätze erzielt hat, selbst wenn sie 1:1 umgesetzt haben, was die Business-Mentorin „gefordert“ hat. Meine Erkenntnis aus den Business-Programmen ist: Die Menschen, die erfolgreich skalieren, hatten bereits vor dem Programm eine gewisse Bekanntheit, beispielsweise eine eigene Praxis oder sie waren in einer ähnlichen Tätigkeit zuvor im Angestelltenverhältnis tätig. Sie hatten also eine Basis, auf der sie aufbauen konnten.
Ich startete dagegen meine Selbstständigkeit bei Null. Und trotzdem blieb ich mir selbst treu. Ich setzte um, was mit mir in Resonanz ging. Gleichzeitig wurde mir schnell klar: Ich will nicht mit jedem arbeiten und ich will in meinem Mentoring nie an den Punkt kommen, dass ich mit jemandem arbeiten MUSS, nur um damit Geld zu verdienen. Somit war recht schnell klar: Es muss ein zweites Standbein her. Eins, das mich finanziell trägt und auf dem ich mein Mentoring fliegen lassen darf. Dieses Standbein habe ich als Vermögensberaterin bei der DVAG gefunden. Nach über 16 Jahren im Banken- und Finanzdienstleistungsbereich war das für mich der logische und konsequente Schritt. Wie gut das zum Mentoring und meiner Identität passt, habe ich erst erkannt, als ich losgegangen bin. Denn auch im Finanzbereich gilt:
Baue dir erst ein finanzielles Fundament, das dich trägt, und auf dem du deinen Vermögensaufbau gestalten kannst.
Meine persönlichen Vorteile dieser Kombination:
- Ich kann beide Tätigkeiten optimal miteinander verbinden. In beiden Tätigkeiten bin ich selbstständig und kann mir meine Zeit frei einteilen.
- Ich unterstütze meine Klient:innen nicht nur dabei, ein Berufsleben zu gestalten, das zu ihnen passt, sondern erstelle zudem individuelle Finanzkonzepte für meine Kund:innen, die die Voraussetzung dafür sind, ein Berufsleben aufzubauen, das auch finanziell trägt. Das erfüllt mich sehr.
- Ich bin Teil eines Teams und bin aktuell dabei, mir mein eigenes Team aufzubauen. Wir feiern gemeinsame Erfolge und neben der Solo-Selbstständigkeit bin ich nun nicht mehr allein auf weiter Flur, kann aber gleichzeitig als Mentorin meiner Kreativität freien Lauf lassen.
- Ich habe planbarere Umsätze und kann somit ruhig schlafen.
Wichtig war mir dabei das Berufsleben so aufzubauen, dass ich genau festlege, wie viel Zeit ich bereit bin zu investieren. Mich daran zu halten und mich nicht zu überfordern, ist eins meiner wichtigsten Learnings und daran darf ich mich auch selbst immer wieder erinnern.
Erkenntnis allein reicht nicht aus
Ich spüre täglich, wie erfüllend es ist, das Berufsleben nach mir auszurichten und genau dabei begleite ich meine Klient:innen. Aus meiner eigenen Erfahrung habe ich eine Begleitung ins Leben gerufen, die ich selbst am Markt vermisst habe. Denn ich habe in Coachings häufig zwei Extreme erlebt:
- Die einen bleiben in der Erkenntnis und im Fühlen stecken. Fühlt es sich gut an? Ja, dann gehen sie (vielleicht) los. Wenn nicht, bleiben sie lieber stehen. Doch Veränderung fühlt sich nicht gut an. Sie ist unsicher, unbequem und genau das ist der Grund, warum viele in der Komfortzone steckenbleiben. So bleiben gute Ideen und Entwicklungen, die unser Land dringend braucht, in einer Schreibtischschublade und vergilben.
- Die anderen optimieren permanent fürs Außen und verlieren dabei den Kontakt zu sich selbst. Sie übernehmen Blueprint-Vorlagen ohne sie zu hinterfragen. Und dann bemerken sie, dass die Positionierung eigentlich ja gar nicht zu ihnen passt, sondern ihnen aufgedrängt wurde, weil es sich vielleicht gut anhört oder einen Markt dafür gibt. Das bringt dir nur nichts, wenn es gar nicht das ist, was du machen willst.
Was mir in diesen Programmen seitens der Coaches und Mentor:innen immer wieder gefehlt hat, war zum einen die Begleitung bei der individuellen Umsetzung nach der Erkenntnis und zum anderen das regelmäßige Einchecken, ob es der richtige Weg ist und ob sich die Coachees dabei überhaupt selbst treu bleiben. Die Lösung ist für mich die Verbindung daraus: Zu erkennen, was uns ausmacht, und daraus konkrete Schritte zu entwickeln, die sich stimmig anfühlen und langfristig tragen.
Warum ich heute anders begleite
Genau deshalb arbeite ich anders. In meinem Mentoring erarbeiten wir im ersten Schritt in drei aufeinanderfolgenden Intensivworkshops mithilfe des Identitätssteuerrads® was dich ausmacht, was dir wichtig ist und was dich noch davon abhält, ein Leben zu leben, das dich erfüllt. Auf Basis dessen gehen wir anschließend in die Veränderung. Und da bleibe ich an deiner Seite, auch wenn es unbequem wird. Gemeinsam richten wir dein Berufsleben so aus, dass es zu dir passt und dich auch trägt. Und das muss definitiv nicht immer die Selbstständigkeit sein. Ja, bei vielen meiner Klient:innen geht’s um die Gestaltung einer (Teil)Selbstständigkeit. Manche möchten aber auch lediglich mehr Klarheit über sich selbst im Bewerbungsprozess. Und manch andere erkennen, dass ihr Job eigentlich das Richtige für sie ist, aber sie möchten mehr Sinn leben und bauen sich ein Ehrenamt auf. Und genau dieser Mix bringt im Gruppenprogramm IDENTITY UNCHAINED eine besondere Inspiration für alle Teilnehmenden.
Es geht also nicht darum, irgendwelche Blueprint-Vorlagen abzuarbeiten, Lückentexte auszufüllen, bei denen du dich bereits zwischen den Zeilen verlierst. Es geht darum, bei dir anzukommen und dort auch zu bleiben. Mit dem Identitätssteuerrad® lernst du, wie du immer wieder hinschauen und überprüfen kannst, ob der eingeschlagene Weg noch stimmig ist.
Diese Form der Begleitung habe ich mir selbst gewünscht. Und ich habe sie so am Markt nicht gefunden. Also habe ich sie geschaffen.
Selbstführung bedeutet für mich, regelmäßig innezuhalten, ehrlich mit mir selbst zu sein und hinzuspüren, was gerade stimmig ist. Und dann konsequente Entscheidungen zu treffen, die langfristig tragen, nicht nur kurzfristig beruhigen.
Wissen allein verändert nichts. Erkenntnis ohne Handlung bleibt Theorie. Erst wenn wir beginnen, das Erkannte zu leben, entsteht echte Veränderung.
Mein Fazit
Spürst du gerade: So, wie es ist, passt es nicht! Dann ist jetzt vielleicht der Zeitpunkt gekommen, an dem du ehrlich hinschaust und dieses Gefühl nicht mehr wegdrückst. Vielleicht schlummert in dir schon lange eine Idee, die du gerne umsetzen würdest, aber noch nicht weißt, wie, dann buch deinen Identitätskompass. Gemeinsam finden wir heraus, was dein passender nächster Schritt auf deinem eigenen Weg ist.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest, lies gerne auch hier weiter:
📖 Radikale Selbstführung im Berufsleben: Beruflich weitergehen, wenn andere bleiben
📖 Zwischen Freiheit und Unsicherheit: Mein erstes Jahr in der Selbstständigkeit
Wie in jeder Podcastfolge am Ende, sage ich nun auch hier: Lass dich nicht ausbremsen! Denke größer und geh mutig los. Es lohnt sich 😉.
