Bei der gestrigen Online-Live-Demo „Kluge Köpfe. Klare Kante.“ ging es um ein Thema, das viele Menschen, mit denen ich arbeite, kennen:
Das Gefühl, dass da noch mehr sein müsste.
Ob mehr Freiheit, mehr Leichtigkeit, mehr Sinn, mehr Selbstbestimmung oder einfach mehr Leben, das ist bei jedem unterschiedlich. Was viele eint, ist das Gefühl „MEHR VOM LEBEN“ zu wollen, verbunden mit der Frage: „Darf ich das überhaupt?“
Darf ich überhaupt so anspruchsvoll sein? Sollte ich nicht einfach zufrieden sein mit dem, was ist, und dankbar für das, was ich habe? Ich habe lange gedacht, ich dürfte dieses „MEHR“ nicht wollen. Doch als ich damals in meinem Boreout da lag und dachte, dass alles vorbei wäre, kam dieser Gedanke hoch:
Das war es noch nicht! Ich will MEHR VOM LEBEN. Und ich bin bereit, es mir zu nehmen!
Und genau deshalb wollte ich nun in der Online-Live-Demo hier näher hinschauen. Denn hier geht es nicht darum, herauszuschreien, was alles nicht läuft, sondern ehrlich hinzuschauen, zu erkennen, wo etwas in uns rebelliert, für sich einzustehen und dann dafür loszugehen.
Warum mich dieses Thema selbst seit Jahren begleitet
In meinem Berufsleben habe ich immer wieder Jobs gewechselt. Rückblickend konnte ich in jeder Rolle einzelne Facetten von mir leben. Doch nie hatte ich das Gefühl, wirklich mich als ganze Person leben zu können. Irgendwas hat mir immer gefehlt. Ich dachte deshalb lange, mit mir stimmt etwas nicht. Ich dachte, ich sei zu anspruchsvoll, zu ungeduldig oder einfach zu viel. Gleichzeitig wollte ich immer mehr und fragte mich dann, warum ich nicht einfach zufrieden sein konnte. Andere waren doch offensichtlich auch zufrieden mit dem, was sie hatten.
Seit meinem Boreout habe ich einen anderen Blick darauf. Dieses Gefühl war damals kein Problem, sondern ein Hinweis. Ein Hinweis darauf, dass wichtige Teile von mir noch keinen Platz hatten, weil ich sie ehrlich gesagt damals selbst noch gar nicht sehen konnte.
Heute begleite ich Menschen dabei, herauszufinden, was ihr persönliches „MEHR VOM LEBEN“ ist und dabei, dafür loszugehen. Und zwar nicht blind und ohne Plan, sondern strukturiert und Step by Step.
Was die Teilnehmenden unter „MEHR VOM LEBEN“ verstehen
Nach meiner persönlichen Vorstellung habe ich die Online-Live-Demo mit dieser Frage eröffnet: Was ist dein persönliches „MEHR VOM LEBEN“?
Die Antworten der Teilnehmenden waren sehr unterschiedlich. Einige sprachen von MEHR Ruhe und MEHR Zeit für sich selbst. Andere wünschten sich MEHR Leichtigkeit oder MEHR Freiheit. Wieder andere wollten ihre Energie endlich für Dinge einsetzen, die ihnen wirklich wichtig sind.
Eine Teilnehmerin beschrieb ihren Wunsch nach MEHR Naturverbundenheit und Kreativität. Eine andere sprach von Sinnhaftigkeit und dem Bedürfnis, ihre Erfahrungen und Fähigkeiten endlich in etwas einzubringen, das sich wirklich stimmig anfühlt.
Obwohl die Antworten unterschiedlich waren, gab es eine Gemeinsamkeit. Niemand sprach über Statussymbole oder oberflächliche Ziele. Es ging immer darum, das eigene Leben stärker an den eigenen Bedürfnissen auszurichten.
Warum viele Menschen den Zugang zu ihren Wünschen verlieren
Im weiteren Verlauf der Demo haben wir darüber gesprochen, warum es vielen Menschen so schwerfällt, überhaupt herauszufinden, was sie wollen. Viele von uns sind damit aufgewachsen, vernünftig zu sein. Dankbar zu sein, nicht zu viel zu wollen und bloß nicht zu groß zu träumen. So nach dem Motto:
„Bleib lieber mal auf dem Teppich!“
Und genau damit halten wir uns selbst sowie unsere Wünsche und Träume lange klein. Wir passen uns an, funktionieren und erfüllen Erwartungen. Und dabei passiert etwas häufig eher schleichend:
Wir verlieren den Kontakt zu uns selbst.
Das führt dazu, dass zwar das Gefühl bleibt, dass da noch mehr sein müsste, aber gleichzeitig kaum noch greifbar ist, was dieses MEHR eigentlich sein soll.
Zwischen Sehnsucht und Sicherheit
Um den Zugang zu den eigenen Wünschen wieder stärker zu öffnen, habe ich die Teilnehmenden zu einer kleinen Reflexionsübung eingeladen.
Die Fragen lauteten:
- Wie würdest du leben, wenn Geld keine Rolle spielen würde?
- Wie würdest du arbeiten?
- Wofür hättest du mehr Zeit?
- Was würdest du häufiger tun?
- Und was würdest du sofort aus deinem Leben streichen?
Die Antworten waren spannend. Viele merkten bereits bei dieser Übung, dass sie sich diese Fragen lange nicht mehr gestellt hatten. Allein die Erlaubnis, darüber nachzudenken, hat bei einigen bereits neue Perspektiven eröffnet.
Anschließend haben wir die Gegenperspektive eingenommen. Die Frage lautete:
Warum lebst du dieses Leben aktuell noch nicht?
Oder anders formuliert:
Wo ist dein persönliches „Ja, aber…“?
An dieser Stelle wurden viele Glaubenssätze sichtbar. Genau die Sätze, die immer wieder auftauchen, wenn wir beginnen, größer zu denken. Statt diese Gedanken einfach wegzudrücken, haben wir sie bewusst angeschaut und hinterfragt.
Ich habe dafür das Bild von Engelchen und Teufelchen, die auf den Schultern sitzen, verwendet. Auf der einen Seite steht die Sehnsucht. Da ist die Vorstellung davon, wie das Leben sein könnte. Auf der anderen Seite steht der Wunsch nach Sicherheit. Und genau dort tauchen häufig die bekannten Gedanken auf:
- Das ist zu riskant.
- Dafür fehlt mir das Geld.
- Ich bin noch nicht so weit.
- Dafür bin ich zu alt.
- Das kann ich nicht.
Diese Gedanken sind nicht ungewöhnlich. Sie begleiten viele Menschen auf ihrem Weg. Die Frage ist nur, ob wir ihnen dauerhaft die Führung überlassen oder ganz bewusst selbst die Führung und damit das Steuerrad unseres Lebens übernehmen.
Denn häufig verlieren solche Gedanken einen Teil ihrer Macht, sobald wir sie ehrlich betrachten.
Wie wird dein Traum auf keinen Fall Realität?
Um noch einen Schritt weiter zu gehen, haben wir dann nochmal die Perspektive gewechselt. Die Aufgabe hierzu lautete: Schreibe zehn Punkte auf, die du unbedingt tun müsstest, damit dein Traum auf keinen Fall Realität wird.
Anschließend haben wir geprüft, welche dieser Punkte aktuell tatsächlich stattfinden. Und genau dort wurde es für viele sehr konkret. Denn plötzlich war sichtbar, welche Verhaltensweisen sie selbst immer wieder aufrechterhalten und wo sie direkt etwas verändern können. Manche haben hier direkt eine Entscheidung getroffen mit einem klaren Ziel, das sie angehen möchten.
Warum Entscheidungen so wichtig sind
Zum Abschluss der Demo haben wir über Entscheidungen gesprochen. Viele Menschen erleben eine starke innere Zerrissenheit. Sie spüren den Wunsch nach Veränderung und gleichzeitig die Angst vor dem nächsten Schritt. Diese Zerrissenheit kostet Energie. Sie zeigt sich oft durch Grübeln, Selbstzweifel, körperliche Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verspannungen sowie durch das Gefühl, festzustecken.
Häufig steckt dahinter eine Entscheidung, die noch nicht getroffen wurde. Dabei muss die Entscheidung nicht zwangsläufig für die Veränderung ausfallen. Manchmal ist auch die bewusste Entscheidung dagegen die richtige. Wichtig ist, dass überhaupt eine Entscheidung getroffen wird. Denn Klarheit entsteht selten durch weiteres Nachdenken. Klarheit entsteht oft durch die getroffene Entscheidung.
Mein Fazit
Die gestrige Demo hat wieder einmal gezeigt, dass das Gefühl „MEHR VOM LEBEN“ zu wollen, kein Luxusproblem ist. Es ist häufig ein Hinweis darauf, dass wichtige Teile der eigenen Persönlichkeit noch nicht gelebt werden. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob dieses MEHR berechtigt ist. Die entscheidende Frage lautet:
Was will da eigentlich gelebt werden?
Und genau dort beginnt Veränderung. Nicht mit einem perfekten Plan. Nicht mit einer schnellen Lösung. Sondern mit der Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen und den ersten Schritt zu gehen. Wenn du gerade spürst, dass da mehr sein könnte, aber noch nicht genau greifen kannst, was es ist, dann lass uns gemeinsam hinschauen. Der Identitätskompass ist genau dafür da.
Wenn du das nächste Mal live dabei sein willst: Am 03. September 2026 um 19 Uhr startet die nächste Online-Live-Demo „Kluge Köpfe. Klare Kante.“ Ich freue mich, wenn wir den Kreis erweitern und zu einer Bewegung werden, die sich nicht mehr stoppen lässt. Hier kannst du dich zur nächsten Online-Live-Demo anmelden.
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Und wie auch dort, sage ich nun auch hier:
„Lass dich nicht ausbremsen! Denke größer und geh mutig los. Es lohnt sich 😉.“
